# The never ending story

- Link: https://smartnuts.com/2024/12/08/the-never-ending-story/
- Veröffentlicht: 2024-12-08T00:09:33+01:00
- Autor: Michael Bunzel

Was machen derzeit eigentlich so die Umfallergenossen? Nun – offenkundig das, wofür
die Verräterpartei bekannt ist: [Den Willen ihrer Wähler verraten](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/vorratsdatenspeicherung-180.html).

An vorderster Front wieder mit dabei unsere Innenministerien Frau Faeser, die es
sich nicht nehmen lässt, in den noch verbleibenden zwei Monaten der Koalition die
anlasslose Vorratsdatenspeicherung wieder einmal zum Tagesgespräch zu machen.

Eigentlich sollte man ja glauben, dass selbst die hartgesottensten GenossInnen lernfähig
sind und aus dem Umstand, dass die Vorratsdatenspeicherung zum wiederholten Male
vom Bundesverfassungsgericht einkassiert wurde, entsprechende Lehren gezogen haben.
Aber nicht unsere Innenministerin: Von partieller Amnesie in Bezug auf den Wortlaut
des Koalitionsvertrages befallen (“mit der Koalition wird es keine Vorratsdatenspeicherung
geben”), tut sie sich nunmehr mit der Greisenpartei zusammen, um das Thema im Parlament
schnell noch vor Ende der Legislatur rechts (oder links) vorbei am Koalitionspartner
zu schleusen.

Auf eine gewisse Weise kann man Frau Faser schon verstehen – so kurz vor dem Ende
ihrer politischen Karriere ist sie eben auf der Suche nach ihrem Climax oder Momentous,
also dem Ereignis, das sie als Amtsträgerin überlebt. Die legislative Verankerung
der Vorratsdatenspeicherung wäre da so ein Hattrick, mit dem sie sogar den ehemaligen
Innenmister Herrn Dr. Schäuble und dessen Wirken um die stetige Absenkung des grundrechtlichen
Schutzniveaus gegenüber einem übergriffigen Staat in den Schatten stellen könnte.

Klar, dass die Werbungsversuche der Innenministerin in Richtung der Greisenpartei
dort bei den üblichen Verdächtigen zu einem zweiten Frühling der grundrechtswidrigen
Allmachtsfantasien führen: So holt der hessischen Ministrerpräsident^([1](https://smartnuts.com/2024/12/08/the-never-ending-story/#aee25093-3b8d-41ec-ae48-f338e895cec9))
gleich das rhetorische Breitschwert heraus und zieht mit diesem grölend durch die
mediale Gossenlandschaft mit dem allseits bekannten Schlachtruf “Datenschutz darf
nicht zum Täterschutz werden!”.

Und ja, ihr ahnt schon, wie die Disussion dann geführt wird: Es wird zunächst die
beliebte Tätergruppe der Kinderschänder in das gleißende Licht des öffenlichtkeitswirksamen
Diskurses gezogen, denn am Gewicht dieses Arguments kann jeder Opponent nur kläglich
scheitern – wer will sich schon nachsagen lassen, dass man mit Kinderschändern paktiert.
Nach den Kinderschändern sind dann die Terroristen dran und zum Schluss landet man
bei den Urheberrechtsverletztern.

Es ist schon erstaunlich, dass die politischen Mandatsträger offenkundig glauben,
dass man mit dieser Bullshit-Diskussion nicht nur die geistig Geringsten in der 
medialen Zielgruppe, sondern eben auch die Wissenden in der Judikative zu überzeugen
vermag. Höchstwahrscheinlich lautet aber die Losung einfach nur “Steter Tropfen 
hölt den Stein” – anders kann man zumindest die Erkenntnisverweigerung der Mandatsträger
in den “Volksparteien” nicht erklären.

 1. OK – ich gebe zu, hier auf die hessiche CDU zu referenzieren, sind quasi “low hanging
    fruits” und ein wenig unfair. Aber hey – wenn man sich erst einmal einen gewissen
    Ruf erarbeitet hat, muss man sich halt daran auch messen lassen [↩︎](https://smartnuts.com/2024/12/08/the-never-ending-story/#aee25093-3b8d-41ec-ae48-f338e895cec9-link)
